Ein Bericht von Menu De Silva aus Sri Lanka

Es ist mir eine Freude, allen Mitarbeitern für die Unterstützung zu danken, dass ich nach Deutschland reisen konnte. Das war eine sehr gute Gelegenheit für mich, als Frau aus Asien zusammen mit Euch an der sehr guten Zusammenkunft und der Diskussion zur politischen Mitsprache der Frauen teilzunehmen.

1. Was meine Idee und meinen Eindruck betrifft…

Wie wir alle wissen, wurden Frauen auf der ganzen Welt auf verschiedene Art und Weise in Kämpfen aktiv, indem sie auf ihren Bauernhöfen, bei Streikposten, Straßendemonstrationen, in Parlamenten und in städtischen Zentren den Kampf aufgenommen haben. Die Frauen halten die Fahne hoch und sind an vorderster Front – vom Protest gegen das Eindringen der multinationalen Konzerne bis hin zum Kampf für Menschenrechte und für Freiheit und Gerechtigkeit in ihrer persönlichen Umgebung und am Arbeitsplatz. Das haben wir aus aller Welt erfahren. Auf diesem Treffen haben sie ein sehr gutes Motto gewählt: „Frauen der Welt erklimmen die höchsten Berge“. Ja, dieses Motto zeigt uns, wie die Frauen für ihre Rechte kämpfen, und auch, wie sie diese Rechte verwirklichen.

 

Die Frauen haben sich die Hände gereicht, um ihre Rechte einzufordern und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten nicht brach liegen zu lassen. Das ist es, was ich auf diesem 11. Frauenpolitischen Ratschlag gesehen habe, und das ist das wichtigste und beste, was wir benötigen.

Wir müssen die Frauenbewegung stärken, weil das Jahr 2011 das 100. Jahr zur Erinnerung an den Internationalen Frauentag ist. Im Jahr 1911, ein Jahr nach der Deklaration eines Internationalen Tages der Arbeiterinnen durch die internationalen sozialistischen Frauen, kennzeichneten Bürgerhaus-Versammlungen, Straßenkundgebungen und andere Protestformen und Feiern den ersten Internationalen Frauentag in Europa. 1977, zwei Jahre, nachdem die UNO 1975 zum internationalen Jahr der Frau erklärt hatte, wurde der 8. März von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Internationaler Frauentag angenommen. Heute - einhundert Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag - kämpfen Frauen weiter gegen wirtschaftliche, politische, soziale und geschlechtliche Marginalisierung und Unterdrückung. Die asiatischen Frauen haben mit ihren Organisationen gezeigt, dass ihre Schikanierung kein Naturphänomen ist, das toleriert werden sollte; und dass Frauen, besonders arme Frauen auf dem Land und in der Stadt, gewillt sind, sich zu organisieren und ihre Rechte, ihr Wohlergehen und ihr Menschsein voranzubringen, wenn sie einmal der Wurzeln ihrer Unterdrückung und Schikanierung gewahr geworden sind. Mit ihren Organisationen haben die asiatischen Frauen wiederholt gezeigt, dass dort, wo Unterdrückung ist, Widerstand erwacht!

Wir stehen also immer noch im Kampf, aber der Frauenpolitische Ratschlag ist eine sehr gute Plattform, um alle unsere Fragen aus der ganzen Welt vorzubringen. Auf jedem Kontinent leiden die Frauen, auf dem politischen Ratschlag haben wir von Beispielen gehört:

  • Joly aus Bangladesh hat die Fragen der Textilarbeiterinnen präsentiert.
  • Der Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen durch den Islamischen Staat (IS), heute besonders die Bedrohung durch die Massaker der IS in Kobanê und Rojava.
  • Der Kampf gegen die Frauen und die Arbeiter in Europa
  • Menschenhandel mit Frauen.

Die Kämpfe und Fragen, derentwegen wir uns hier zusammen gefunden haben, sind sehr wichtig. Aus der Diskussion können wir konkrete Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme ergreifen, indem wir mit allen respektablen Frauen Gedanken austauschen.

Also danke ich Euch noch einmal dafür, dass Ihr mir diese Gelegenheit zur Teilnahme an dieser Veranstaltung gegeben habt, wo ich meine Gedanken mit allen Beteiligten teilen konnte. Und wir können darüber nachdenken, was wir tun können, um diese Welt zu verändern. Das ist also mein Eindruck von diesem wertvollen Treffen und der Diskussion, und das ist es, was ich in mein Land mitnehme

2. Meine Arbeit in Sri Lanka

Ich heiße Menu De Silva, und mein Beruf ist Personalleiterin in der Organisation, für die ich Umweltschützerin und Aktivistin bin. Ich arbeite in der Frauenbewegung in Sri Lanka und arbeite mit den Landfrauen. Ich arbeite für Frauenrechte, Klimaschutz, Umweltschutz und ökologische Landwirtschaft auf der Grundlage von Artenvielfalt und von Recycling. Wir kämpfen besonders gegen den Konzern Agro Chemical INC.

Ich möchte darauf hinweisen, wie Landfrauen in Sri Lanka arbeiten.

Landfrauen werden als wesentliche Bestandteile der agro-ökologischen Praxis und der entsprechenden Kenntnisse und Methoden betrachtet. Sie verfügen über enormes Wissen bezüglich landwirtschaftlicher Prozesse wie Schädlingsbekämpfung, Ernte, Auswahl und Aufbewahrung des Saatguts für die nächste Ernte, Bodenverbesserung usw. Sie sind die Wächterinnen des Saatguts, die traditionellen Heilerinnen, die Viehhüterinnen und die Holzsammlerinnen. Sie haben Kenntnisse über die verschiedenen Pflanzenarten und ihren besonderen Wert für den Geschmack, die Ernährung und die Gesundheit. Diese erstrecken sich zudem auf die Wildpflanzen, die in schwierigen Zeiten als Überlebenspflanzen, als traditionelle Medizin und als Einkommensquelle angesehen werden. Über Generationen haben sie eine enorme Menge an Wissen entwickelt, indem sie aus Erfahrungen lernen und experimentieren und Neuerungen einführen, wenn sie vor Problemen stehen. Das betrifft besonders das Saatgut und verschiedene Fertigkeiten in der Landwirtschaft, und damit haben sie für Nahrungsmittelsicherheit und Ernährung für Millionen von Familien gesorgt. Landfrauen leisteten und leisten weiterhin zusammen mit Bauern und Gemeinden der indigenen Bevölkerung Widerstand gegen die Maßnahmen, die ihre Vertreibung, den weiteren Verlust des Saatguts und die Aushöhlung der traditionellen Landwirtschaft betrieben haben. Die Bereiche des Kampfes haben sich ständig erweitert vom Protest der Frauen gegen das Eindringen der Multis bis zum Widerstand gegen die Nutzung von Agrochemikalien; von der Ablehnung der Einführung von gentechnisch verändertem Saatgut bis zur Förderung und Dokumentierung des lokalen und traditionellen Wissens; von der Initiierung des Austausches von Saatgut und der Entwicklung von Samenbanken bis zur Lobbyarbeit zu bestehenden internationalen Abkommen und Verträgen, die als Werkzeug für die Interessenvertretung und Plattformen des Widerstands dienen.

Meine Organisation hat jahrelang weiter die ökologische Landwirtschaft der Artenvielfalt gefördert und unterstützt. Sie sieht die Bemühungen als wichtig an, die Rechte der Frauen auf eine nachhaltige Landwirtschaft wiederzuerlangen und zurückzufordern. Dafür einzutreten ist für die Landfrauen ein Prozess der Stärkung. Da sie die wichtigen Nahrungsmittelerzeugerinnen in den Landgemeinden sind, ist die Durchsetzung des Rechts auf Land, Saatgut, Wasser und andere Rohstoffe für die Frauen ein entscheidender Schritt hin zur Wiedererlangung der Wertschätzung des Wissens und der Fertigkeiten der Frauen und ein Prozess zur Anerkennung ihrer Rolle und ihres Beitrags in der Agrarproduktion.

Der Umweltratschlag in Deutschland ist eine Plattform für die Diskussion dieser Fragen auf der ganzen Welt. Deshalb freut es mich, mit Euch in der Koordinierungsgruppe des 3. Umweltratschlags zu sein und unsere Fragen und auch die Umweltfragen zu diskutieren, denen sich andere Länder gegenübersehen.

Heute leiden die Menschen in meinem Land aus Gründen der Gesundheit unter dem Gift der Pestizide. In vielen bäuerlichen Gemeinden sind sie nierenkrank durch Arsen. Ich denke, ich kann das mit Euch zusammen auf der Basis von detaillierten Zahlen und Berichten diskutieren. Denn meine Organisation hat zu diesem Thema geforscht und zu dieser Frage auch eine Fallstudie durchgeführt. Und das muss ich auf der ganzen Welt verbreiten. Ich denke, der Umweltratschlag ist der Ort, wozu ich diese Einzelheiten beitragen kann.